- 448Der Herr der Ernte winketDer Herr der Ernte winket, die reife Garbe fällt. Die Abendsonne sinket, der Wandrer sucht sein Zelt. Heim, Heim, himmlisches Heim, das Sehnen ist groß in mir! O ewiges Ziel, o Herrlichkeit, wie sehne ich mich nach dir!
- 449Im Frieden deinIm Frieden dein, o Herre mein, lass ziehn mich meine Straßen. Wie mir dein Mund gegeben kund, schenkst Gnad du ohne Maßen, hast mein Gesicht das sel’ge Licht, den Heiland schauen lassen.
- 450Noch ehe die Sonn am Himmel standNoch ehe die Sonne am Himmel stand, die Nacht ein Ende fand, noch ehe sich ein Berg erhob, zu scheiden Meer und Land, bist du, Gott, unser Gott, die Zuflucht für und für. Dir leben wir, dir sterben wir. Wir gehen von dir zu dir.
- 451Nun sich das Herz von allem lösteNun sich das Herz von allem löste, was es an Glück und Gut umschließt, komm, Tröster, Heil’ger Geist, und tröste, der du aus Gottes Herzen fließt.
- 452Nun weiß ich, wo du bistNun weiß ich, wo du bist, es rief dich Jesus Christ zur ew’gen Ruh nach droben; fällt mir’s auch schwer zu loben und kommt es hart mir an, was Gott hier hat getan. Schweigt doch mein Herze still in meines Gottes Will’.
- 453O du Wort voll HoffnungO du Wort voll Hoffnung und voll Frieden, sel’ger Trost, wenn Herz von Herz geschieden, Balsam du in aller Trennungsqual: Gotteskinder sehn sich nie zum letzten Mal!
- 454O Ewigkeit, du DonnerwortO Ewigkeit, du Donnerwort, du Schwert, das durch die Seele bohrt, ohn Anfang du, ohn Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, einst wusste ich vor Traurigkeit nicht, wo ich hin mich wende; in Ängsten hat mein Herz gebebt, wenn du vor Augen mir geschwebt.
- 455O Jesu, meine FreudeO Jesu, meine Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, der ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ew’gen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich wie die helle Sonne mit andern leuchten soll.
- 456O Welt, ich muss dich lassenO Welt, ich muss dich lassen, ich fahr dahin mein Straßen ins ewig Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben legen in Gottes gnädig Hand.
- 457Ruhe sanft in Gottes FriedenRuhe sanft in Gottes Frieden, da vollendet deine Zeit, und dir süße Rast beschieden, Ruh und Rast nach Müh und Leid. Ist auch unserm Blick entschwunden, was von dir einst sterblich war, bleibt dein Bild doch alle Stunden uns im Herzen hell und klar.
- 458Sei nur stille zu GottSei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung.
- 459Selig sind die TotenSelig sind die Toten, die im Herren sterben. Denn von nun an spricht der Geist, von ihren Mühen sollen sie ruhn, und ihre Werke folgen nach. Halleluja.
- 460Wie sollen wir es fassenWie sollen wir es fassen, was nicht zu fassen ist? Es fällt schwer loszulassen, und doch bleibt keine Frist. Wir hätten soviel Fragen, wir brauchten doch noch Zeit. Wohin mit unsren Klagen und unsrer Traurigkeit?
- 461Wir sind mitten im Leben zum Sterben bestimmtWir gehören dem Herrn, der uns liebt. Wir sind mitten im Leben zum Sterben bestimmt. Was da steht, das wird fallen. Der Herr gibt und nimmt.
- 462Wir sind nur Gast auf ErdenWir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.